Strategische Unternehmensplanung mit Hilfe der Portfolio-Technik

Strategische Unternehmensplanung
mit Hilfe der Portfolio-Technik

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Portfolio-Technik als Werkzeug der Unternehmensplanung

Das aus dem Französischen stammende Wort 'Portefeuille' wird im allgemeinen Sprachgebrauch im Sinne von Brieftasche, Aktenmappe, Wertpapiere bzw. Wechselbestand verwendet. In seiner Bedeutung als Aufbewahrungsort für Wertpapiere ist der Begriff im Bankwesen aufgegriffen worden. Dort bezeichnet man mit Portfolio (=Wertpapierdepot) die Gesamtheit aller Wertpapiere, die ein Anleger besitzt.

Grundidee des Portfolio

Im finanzwirtschaftlichen Bereich hat Markowitz den Grundsatz für eine zielorientierte Ausgestaltung von Wertpapier-Portefeuilles aufgestellt: Kombiniere eine Gruppe von Vermögensgegenständen so, dass für eine gegebene Höhe des Risikos der erwartete Gesamtgewinn aus dem Portefeuille maximiert wird. Oder umgekehrt, kombiniere eine Gruppe von Vermögensgegenständen so, dass für eine gegebene Gewinnrate das Risiko des Portefeuilles minimiert wird.

Bei der strategischen Unternehmensplanung besteht die Aufgabe, stategische Geschäftseinheiten (SGE) so zu kombinieren, dass für die langfristige Sicherung der Überlebensfähigkeit der strategischen Unternehmung die besten Voraussetzungen gegeben sind. Dabei zeigen sich jedoch wesentliche Unterschiede zwischen dem Portfolio-Management bei Wertpapieren und dem Portfolio-Management im Rahmen der Unternehmensplanung.

Während bei einem Wertpapier-Portfolio die Elemente kurzfristig beliebig umschichtbar sind, wobei die Zuordnung der monetären Beträge durch Kauf oder Verkauf eindeutig gegeben ist, muss das zur strategischen Unternehmensplanung gehörende Portfolio-Management mit langfristigen dynamischen und weniger offensichtlich finanzwirtschaftlichen Bezugsgrößen arbeiten. Jede Unternehmung befindet sich in einer historisch gewachsenen Situation mit Aktivitäten in bestimmten Geschäftsfeldern, die sich nicht beliebig auswechseln und in der Regel auch nicht kurzfristig liquidieren lassen, weil zum Beispiel hohe Marktaustrittsbarrieren ein Verbleiben im Markt erzwingen.

Portfolio in der Industrie

Neben der Übertragung des Ansatzes von Markowitz auf die Sach- und Finanzinvestitionen findet der Portfolio-Gedanke auch bei Diversifikationsentscheidungen von Industrieunternehmen Anwendung. Die einzelnen Produkt/Markt-Kombinationen lassen sich wie Finanzanlagen als Renditebringer mit den jeweils verbundenen Risiken betrachten. Implizit wird dieses Selektionsdenken von der Prämisse geleitet, dass die Höhe der Rendite und des Risikos konkurrierende Größen sind.

Die für die strategische Planung verwendete Portfolio-Konzeption gestaltet sich allerdings weit differenzierter als die Grundidee. Die wesentlichen Aspekte des Portfolio-Ansatzes sind jedoch beiden Betrachtungen immanent:

  • eine konsequente Betrachtung des Systems als Ganzes sowie
  • eine Berücksichtigung der Interdependenzeffekte von Teilsystemen.




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