Strategische Unternehmensplanung mit Hilfe der Portfolio-Technik

Strategische Unternehmensplanung
mit Hilfe der Portfolio-Technik

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Die Bildung von strategischen Geschäftsfeldern

Die organisatorische Voraussetzung der Portfolio-Technik ist die Einteilung einer Unternehmung in Teileinheiten. Dazu werden die Geschäftszweige des Unternehmens in strategisch unabhängige Sektoren gegliedert, wobei jedem Sektor eine eigenständige Zielsetzung und Konkurrenzbeziehung, sowie ein relevanter Markt zugeordnet wird. Die Einordnung der so abgegrenzten strategischen Geschäftseinheiten erfolgt hierachisch unabhängig, d.h. sowohl auf Gruppen-, als auch auf Divisionsebene.

An eine strategische Geschäftseinheit sind mehrere Forderungen zu stellen:

  • Eine strategische Geschäftseinheit sollte seperat plan- und kontrollierbar sein, also eine in sich geschlossene operative Einheit bilden.
  • Einzelprodukte einer strategische Geschäftseinheit sollten hinsichtlich ihres Nutzens, der Abnehmer und der Vertriebswege miteinander korrelieren, d.h. sich von den Produkten anderer SGEs unterscheiden.
  • Nach außen hin sollte eine strategische Geschäftseinheit jedoch in Bezug auf Produktion, Abnehmer, Vertriebswege und Konkurrenzbeziehungen leicht gegen andere strategische Geschäftseinheiten abgrenzbar sein.
  • Einzelne Handlungsparameter wie z.B. Marktanteil oder Fertigungstechnologien einer strategische Geschäftseinheit sollten änderbar sein, ohne daß sich Wirkungen auf andere strategische Geschäftseinheiten ergeben.
  • Eine strategische Geschäftseinheit muß vom Marktpotential her betrachtet attraktiv genug sein, um dafür eigenständige strategische Ziele zu erarbeiten.

Diese Einteilung der Unternehmung in markt- und konkurrenzunabhängige Teileinheiten verhindert ferner, dass strategische Geschäftseinheiten auf einem gemeinsamen Markt in Konkurrenz treten und somit die Marktstellung der Unternehmung gegenüber dem stärksten Konkurrenten schwächen, da

  • Überschneidungen sich anhand von strategische Geschäftseinheiten leichter aufspüren lassen und
  • gleichartige Produkte oder Produktgruppen von der gleichen Planungsruppe betreut und verantwortet werden.

Wechselbeziehungen zwischen einzelnen strategische Geschäftseinheiten, die den Gesamterfolg eines Unternehmens negativ beeinflussen können, entstehen bei gegenseitigen Leistungsverflechtungen oder gemeinsamen Beschaffungsmärkten. Die Gliederung des Unternehmens in strategische Geschäftseinheiten trägt somit auch diesen Interdependenzen Rechnung.

Im idealtypischen Fall besteht ein Unternehmen nur noch aus einer Vielzahl voneinander unabhängiger Geschäftseinheiten, zwischen denen aufgrund eindeutig abgrenzbarer Produkt/ Markt-Ressourcen-Kombinationen keine Interdependenzen existieren können.

Hand in Hand mit der Einteilung des Unternehmens in strategische Geschäftseinheiten geht eine analoge Analyse der Umwelt, die sogar die Basis für die Segmentierung des Unternehmens bilden kann, wobei die Segmentierung der Umwelt kein statischer, sondern ein dynamischer Prozeß ist. Daraus folgt, daß ein Unternehmen keine dauerhafte Strukturierung strategische Geschäftseinheiten und diese keine dauerhafte Definition haben können, sondern laufend auf ihre korrekte Definition hin untersucht und angepasst werden müssen.





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